Kunststoff-Lexikon
Kunststoff-Lexikon

Die Wissensdatenbank mit Begriffen rund um's Thema Kunststoff
In diesem kostenfreien Onlinenachschlagewerk finden Sie zahlreiche Begriffserklärungen zum Werkstoff Kunststoff. Diese sind gerade auch für Quereinsteiger eine kleine Starthilfe in die umfangreiche Welt der Kunststoffverarbeitung.

Zurück
Vorteile
Mitglieder
Förderer & Partner
Produkte
Verfahren
Produktzertifizierung
Überwachung
Schadensanalyse
Tagungen
Kurse
Abschlüsse & Meister
Online
Inhouse
Whitepaper
Material
Prozess
Messtechnik
Kreislaufwirtschaft
Digitalisierung
Kooperation
Qualitätspolitik
Zertifizierungsablauf
Downloads
Kunststoff-Lexikon
Unsere Mission
Standorte
Karriere
News
Podcast
Nachhaltigkeit
Zurück
0-9
A
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
P
R
S
T
U
V
W
Z
Wissen

Epoxidharze

Bei Epoxidharz handelt es sich um ein sogenanntes Reaktionsharz. Nach Mischen mit einem Härter reagiert Epoxidharz zu einem Duroplast. Epoxidharze zählen damit zur Gruppe der vernetzten Kunststoffe.
Bei der Mischung von Reaktionsharzen muss die Dosierung von Harz und Härter und deren Verhältnis sehr genau passen, um eine vollständige Vernetzung zu gewährleisten.

Einsatzgebiete von Epoxidharzen sind Klebstoffe, Abdichtungen oder auch als Gießharz zur Bauteilherstellung. Auch als Beschichtungen, Vergussmassen oder Lacke können die Epoxidharze genutzt werden. 

Epoxidharze spielen eine zentrale Rolle bei faserverstärkten Kunststoffen wie GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) und CFK (Carbonfaserverstärkter Kunststoff). Sie fungieren dabei als Matrixmaterial, also als „Kleber und Trägerstruktur“ für die Fasern. Typische Anwendungen finden sich in Booten, Windkraftanlagen, Tanks oder Karosserieteilen. Auch in der Luft- und Raumfahrt werden vorzugsweise Carbonfaserverstärkte Kunststoffteile (CFK) verwendet.
 

Warum gerade Epoxidharz?

Epoxidharze werden bevorzugt, weil sie:

  • eine sehr hohe Festigkeit und Steifigkeit haben
  • eine starke Haftung zu Fasern (besonders Carbon) bieten
  • chemisch und thermisch beständig sind
  • beim Aushärten kaum schrumpfen
  • gute Ermüdungs- und Alterungsbeständigkeit besitzen
     

Verarbeitungsverfahren mit Epoxidharz

Epoxidharze werden in verschiedenen Verfahren eingesetzt:

1. Handlaminieren

  • Fasern werden manuell mit Harz getränkt
  • einfach, aber arbeitsintensiv

2. Vakuuminfusion / Vakuumverfahren

  • Harz wird unter Vakuum durch trockene Fasern gezogen
  • bessere Qualität (weniger Luftblasen)

3. Prepreg-Verfahren

  • Fasern sind bereits mit Epoxidharz vorimprägniert
  • werden unter Hitze und Druck (Autoklav) ausgehärtet
  • höchste Qualität (typisch für CFK in Luftfahrt)

4. RTM (Resin Transfer Molding)

  • Harz wird in eine geschlossene Form injiziert
  • gut für Serienproduktion
     

Funktion des Epoxidharzes im Bauteil

Das Harz übernimmt mehrere wichtige Aufgaben:

  • Kraftübertragung zwischen den Fasern
  • Schutz der Fasern vor Umwelteinflüssen
  • Formgebung des Bauteils
  • Verhinderung von Faserknicken

=> Ohne Harz wären die Fasern nur lose Bündel ohne strukturelle Stabilität.

Thomas Zimmermann
Gruppenleiter | Vernetzte Materialien
Würzburg
t.zimmermann@skz.de
M.Sc. Michael Heilig
Gruppenleiter | Kleben und Oberflächentechnik
Würzburg
m.heilig@skz.de

Ihr Browser ist veraltet

Für das beste Nutzererlebnis auf unserer Webseite empfehlen wir die Verwendung eines aktuellen Webbrowsers. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um alle Funktionen störungsfrei verwenden zu können.