Die Wissensdatenbank mit Begriffen rund um's Thema Kunststoff
In diesem kostenfreien Onlinenachschlagewerk finden Sie zahlreiche Begriffserklärungen zum Werkstoff Kunststoff. Diese sind gerade auch für Quereinsteiger eine kleine Starthilfe in die umfangreiche Welt der Kunststoffverarbeitung.
Reverse Engineering im Kontext der Additiven Fertigung umfasst sämtliche Methoden und Prozesse, die darauf abzielen, ein vorhandenes physisches Objekt digital zu reproduzieren und für additive Fertigungsverfahren nutzbar zu machen. Ausgangspunkt ist ein bestehendes Bauteil, dessen ursprüngliche Konstruktionsdaten entweder nicht mehr verfügbar sind oder nie existierten. Ziel ist die Erstellung eines digitalen 3D‑Modells.
Der Prozess des Reverse Engineering beginnt typischerweise mit der digitalen Erfassung des Bauteils. Hier kommen optische oder taktile 3D‑Messverfahren zum Einsatz, wie bspw. Streifenlichtscanner, Laserscanner oder Computertomographie (CT), die detaillierte Punktwolken oder Mesh‑Modelle erzeugen. Die Qualität der Datenerfassung ist entscheidend, da sie die spätere Genauigkeit des rekonstruieren Modells bestimmt.
Im nächsten Schritt erfolgt die Datenaufbereitung. Die Rohdaten werden bereinigt, zusammengeführt und in ein geschlossenes, druckbares oder parametrisierbares CAD‑Modell überführt. Besonders die Parametrisierung ist entscheidend, wenn das Modell im Anschluss konstruktiv verändert werden soll. Ist das CAD‑Modell erzeugt, kann es direkt in der Additiven Fertigung genutzt werden.
Reverse Engineering in der Additiven Fertigung eröffnet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten:
Reverse Engineering unterstützt damit die Digitalisierung des gesamten Produktlebenszyklus und ermöglicht eine enge Verzahnung von Bestandsanalyse, Produktentwicklung und Fertigung. Insbesondere in Kombination mit additiven Herstellungsverfahren entsteht ein effizienter, flexibler und ressourcenschonender Workflow, der in vielen zunehmend an Bedeutung gewinnt.