Die Wissensdatenbank mit Begriffen rund um's Thema Kunststoff
In diesem kostenfreien Onlinenachschlagewerk finden Sie zahlreiche Begriffserklärungen zum Werkstoff Kunststoff. Diese sind gerade auch für Quereinsteiger eine kleine Starthilfe in die umfangreiche Welt der Kunststoffverarbeitung.
Die Regulierung von Mikroplastik entwickelt sich derzeit zu einem wichtigen Compliance-Thema für die Kunststoffindustrie. Mit der REACH-Mikroplastikbeschränkung und der neuen Pellet-Loss-Verordnung schafft die Europäische Union einen umfassenden Rechtsrahmen, der weit über Hersteller hinaus die gesamte Kunststoffwertschöpfungskette betrifft. Das Kunststoff-Zentrum SKZ unterstützt Unternehmen dabei mit gezielten praxisorientierten Schulungs-, Umsetzungs- und Zertifizierungsangeboten.
Das Kunststoff-Zentrum SKZ unterstützt Unternehmen der Kunststoffindustrie mit gezielten praxisorientierten Schulungs-, Umsetzungs- und Zertifizierungsangeboten bei der Umsetzung der EU-Vorgaben zu Mikroplastikeinsatz und Freisetzung von Kunststoffgranulat. (Foto: Eric Dale Creative - stock.adobe.com)
Mikroplastik ist längst nicht mehr nur ein Umweltproblem, sondern eine konkrete regulatorische und organisatorische Herausforderung für die Kunststoffindustrie. Die REACH-Beschränkung für synthetische Polymermikropartikel und die Pellet-Loss-Verordnung nehmen Materialien, Produkte und betriebliche Prozesse gleichzeitig in den Blick. Damit steigen die Anforderungen an Datenqualität, Dokumentation, Emissionsabschätzung und präventive Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders anspruchsvoll ist die Übertragung der rechtlichen Vorgaben auf die betriebliche Realität.
Definitionen, Ausnahmen und Übergangsfristen müssen ebenso geprüft werden wie mögliche Austrittsstellen, interne Zuständigkeiten und Nachweispflichten. Unternehmen benötigen daher nicht nur einen Überblick über die Anforderungen aus der Verordnung, sondern auch einen strukturierten Weg von der Betroffenheitsprüfung bis zur wirksamen Verlustprävention.
Von der Regulierung zur Umsetzung in der Praxis
Für viele Unternehmen ergeben sich konkrete Fragen: Welche Unternehmen und Prozesse fallen unter die Regelung? Welche Ausnahmen sind anwendbar? Welche Daten müssen erfasst und dokumentiert werden? Das SKZ unterstützt Unternehmen dabei mit gezielten Weiterbildungs- und Zertifizierungsangeboten, die von der Vermittlung regulatorischer Grundlagen bis zur praktischen Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung von Granulatverlusten reichen.
„Entscheidend ist, die gesetzlichen Vorgaben nicht isoliert zu betrachten, sondern auf die konkreten Produkte, Materialien und Prozesse im Unternehmen zu übertragen. Wir möchten Unternehmen klare Orientierung und konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis an die Hand geben“, sagt Heicke Gaedeke, Senior Engineer am Kunststoff-Zentrum SKZ.
EU-Mikroplastikregulierung: Neue Pflichten verstehen und rechtssicher umsetzen
Mit der REACH-Mikroplastikbeschränkung (REACH-VO (EG) 1907/2006, Anhang XVII, Eintrag 78) und der Pellet-Loss-Verordnung (EU) 2025/2365 rücken neue Informations-, Berichts- und Sorgfaltspflichten für zahlreiche Unternehmen der Kunststoffwertschöpfungskette in den Fokus. Der SKZ-Kurs „EU-Mikroplastikregulierung“ vermittelt kompakt und praxisnah, welche Anforderungen auf Hersteller, Verarbeiter, Recycler, Händler und Importeure zukommen und wie diese frühzeitig umgesetzt werden können. Anhand konkreter Praxisbeispiele erhalten die Teilnehmenden einen verständlichen Überblick über regulatorische Entwicklungen, Meldepflichten und wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Mikroplastikemissionen.
Granulatverlust-Beauftragter: Verantwortung übernehmen, Verluste vermeiden
Wer die Anforderungen der Pellet-Loss-Verordnung erfolgreich in die betriebliche Praxis überführen möchte, findet im Kurs „Granulatverlust-Beauftragter“ den passenden nächsten Schritt. Aufbauend auf den regulatorischen Grundlagen lernen die Teilnehmenden, Verlustquellen systematisch zu identifizieren, Hot-Spot-Analysen durchzuführen und belastbare Risikomanagementpläne zu erstellen.
Workshops, Praxisbegehungen und direkt nutzbare Vorlagen unterstützen dabei, die gesetzlichen Vorgaben effizient in bestehende Managementsysteme zu integrieren und Pelletverluste nachhaltig zu reduzieren.
Granulatverluste systematisch verhindern
Einen etablierten freiwilligen Ansatz zur Vermeidung von Granulatverlusten bietet der 2022 veröffentlichte Zertifizierungsstandard Operation Clean Sweep (OCS). Die von Plastics Europe und dem europäischen Kunststoffverarbeiterverband EuPC entwickelte Initiative strebt an, Verluste von Kunststoffgranulat, -flakes und -pulvern entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vermeiden.
Die OCS-Zertifizierung definiert bewährte Verfahren und überprüfbare Anforderungen für Unternehmen der Kunststoffindustrie. Ziel ist es, Verlustquellen zu identifizieren und dauerhaft zu beseitigen.
„OCS setzt dort an, wo Verluste entstehen, und unterstützt Unternehmen dabei, diese systematisch zu erkennen und zu vermeiden. Mit Blick auf die aktuellen europäischen Vorgaben gewinnt dieser präventive Ansatz zusätzlich an Bedeutung. Gleichzeitig stellt die Zertifizierung ein wertvolles Qualitätsmerkmal dar, das Vertrauen schafft und Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann“, erklärt Alexander Ebenbeck, Vertriebsleiter Business & Sales Development am Kunststoff-Zentrum SKZ.
Frühzeitiges Handeln schafft Sicherheit
Die neuen EU-Vorgaben machen deutlich: Der verantwortungsvolle Umgang mit Mikroplastik und Kunststoffgranulat wird zu einem festen Bestandteil unternehmerischer Sorgfalt. Entscheidend ist deshalb, nicht nur einzelne Pflichten abzuarbeiten, sondern Prävention, Risikomanagement und Qualifizierung dauerhaft in den betrieblichen Abläufen zu verankern. Das SKZ bietet hierfür das notwendige Fachwissen, praxiserprobte Werkzeuge und eine kompetente Begleitung bei der Umsetzung.
Weitere Informationen zur OCS-Zertifizierung
Weitere Informationen und Anmeldung zum Live-Online-Kurs „EU-Mikroplastikregulierung“
Weitere Informationen und Anmeldung zum “Granulatverlust-Beauftragter – Praxisgerechte Umsetzung der Pellet-Loss-Verordnung"