Ein Mythos landet in München

SKZ - Experten restaurieren das FUTURO Kunststoffhaus

25/07/2017

Das Kunststoffhaus FUTURO des finnischen Architekten Matti Suuronen ist das Prunkstück einer neuen Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München. Vor Beginn der Ausstellung wurde das Haus, das aus glasfaserverstärkten Polyesterschalen besteht, in Kooperation mit dem SKZ vollständig restauriert.

Von Juni 2017 bis Juni 2018 zeigt die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne die Ausstellung „Space-Age“ als Hommage an die Künstler der 60er Jahre. Der Zeitgeist dieser Epoche war stark geprägt vom Einsatz zukunftsweisender Werkstoffe, beispielsweise Faserverbundkunststoffe, in Alltagsgegenständen. Im Außenbereich der Pinakothek ist eines der wenigen noch erhaltenen und aufwändig restaurierten FUTURO-Exemplare zu besichtigen. Aufgrund seiner ellipsenähnlichen Form auch als Ufo bezeichnet, war es ursprünglich ein als Skihütte konzipiertes modulares Haus, konnte aber auch als Wochenendhaus, Unterrichtsraum oder gar als Bankfiliale dienen. Dabei bot es auch im unwegsamen Gelände mit einem Durchmesser von acht Metern und einer Gesamthöhe von sechs Metern eine ca. 25 m² große Nutzfläche. In diesem visionären Zeitalter verkörperte das FUTURO mit seinem für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Einsatz von Kunststoffen sowie mit seiner Funktionalität und effizienten Bauweise die Wünsche und Hoffnungen der Space-Age Bewegung. Als eines der ersten in Serie produzierten Kunststoffhäuser wurde das FUTURO aus 16 kreisförmigen, mit Glasfaser verstärkten Polyesterschalen hergestellt. Die Isolierung aus Polyurethan-Schaum war in Sandwichbauweise in die GFK-Lagen eingebettet.

Aufwändige Restaurierung am SKZ Composite Kompetenzzentrum
Vor Beginn der Ausstellung wurde das FUTURO über ein Jahr lang von den Experten des Composite Kompetenzzentrums des SKZ in Halle unter der Leitung von Thoralf Krause originalgetreu restauriert. Bereits bei der Besichtigung und beim Abbau am Ursprungsstandort im Charles Wilp Museum in Witten musste ein schlechter Allgemeinzustand festgestellt werden. Beispielsweise war das Kernmaterial in den acht Unterteilen durch eingetretene Feuchtigkeit beschädigt. Durch den Austausch des schadhaften Kernmaterials und das Auf-bringen neuer GFK-Lagen konnte die strukturelle Integrität aufwändig wieder hergestellt werden.

Ebenso wurden die visionäre Tür, die gleichzeitig als ausklappbare Treppe dient, sowie der obere Lichtring restauriert. Bei vorhergehenden Umbauten war innenseitig mineralischer Putz an den Deckenteilen aufgebracht worden. Diese Putzschicht konnte nun restlos und ohne Schädigung des Originals abgetragen werden, so dass die ursprüngliche Struktur und Farbe nachempfunden werden kann. Im Außenbereich wurde die stark verwitterte Lackierung des FUTURO entfernt und eine wetterbeständige Lackierung aufgebracht, die den Restaurationsansprüchen gerecht wird. Die gesamten Arbeiten waren geprägt von einem regen Gedankenaustausch zwischen den Experten der Pinakothek um deren Leiter Tim Bechthold sowie Dr. Pamela Voigt als Ansprechpartnerin für die architektonischen Fragen und den Mitarbeitern der SKZ Forschungs-Gruppe Composite. Dabei wurde umfangreiches Fachwissen für zukünftige ähnlich gelagerte Projekte generiert.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde das FUTURO-Haus durch den bayerischen Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle vor mehr als tausend begeisterten Zuschauern enthüllt. Die Ausstellung ist bislang ein voller Erfolg und noch bis zum 3. Juni 2018 im Außenbereich der Pinakothek der Moderne zu besichtigen.

Während der gesamten Zeit bietet die Neue Sammlung informative und interfunktionale Aktionen rund um das Thema FUTURO und Bauen der Zukunft an. Das SKZ ist stolz darauf, hierzu einen entscheidenden Beitrag geleistet zu haben.

Abb 1Abb 2
Abb 1: Vor Beginn der Ausstellung wurde das FUTURO-Haus von den Experten des Composite Kompetenzzentrums des SKZ in Halle originalgetreu restauriert.

Abb 2: Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde das FUTURO-Haus von Bayerns Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle vor mehr als tausend begeisterten Zuschauern enthüllt.

 

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