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Vier Fragen an:

Dr.-Ing. Peter Heidemeyer
Geschäftsführer Forschung

Oktober 2016

 

Redaktion:
Herr Dr. Heidemeyer, ist Forschung für kunststoffverarbeitende Unternehmen noch relevant?

Peter Heidemeyer:
Ohne praxisnahe Forschung gäbe es auch im Kunststoffbereich keinerlei Innovationen mehr. Gerade hoch spezialisierte Unternehmen, wie sie in der Kunststoffbranche häufig sind, profitieren direkt, wenn sie intensiv in der Forschung und Entwicklung involviert sind. Am Beispiel der additiven Fertigung, die in den letzten Jahren eine extreme Entwicklung und Verbreitung erfahren hat, kann man deutlich sehen, dass ein Unternehmen durchaus profitieren kann, wenn man den Stand der Technik ständig weiterentwickelt.

Redaktion:
Viele kleine und mittlere Unternehmen können nicht auf eigene Forschungsabteilungen zurückgreifen. Wie kann das SKZ insbesondere diese Unternehmen unterstützen?

Peter Heidemeyer:
Das SKZ bietet zahlreiche Möglichkeiten in der Forschung mit interessierten Unternehmen zu kooperieren. Prinzipiell können öffentlich geförderte Projekte bzw. direkte Forschungsaufträge initiiert werden, deren Ergebnisse dann entweder nur dem Unternehmen oder über entsprechende Veröffentlichungen der gesamten Branche zugutekommen. Am Dienstag, 25. Oktober, stehe ich den ganzen Tag am SKZ-Stand (Halle 10, Stand H15) auf der K-Messe für Fragen hierzu gerne zur Verfügung.

Redaktion:
Welche Themen sind Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren forschungsrelevant und für die Kunststoffindustrie von großer Bedeutung?

Peter Heidemeyer:
Ein großer Trend ist derzeit natürlich die additive Fertigung. Hier sind noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und es besteht noch immenser Forschungsbedarf. Aber auch Biopolymere werden in den nächsten Jahren deutlich an Bedeutung zunehmen, auch wenn derzeit die petrochemisch basierten Kunststoffe aufgrund des niedrigen Ölpreises im Vorteil sind. Mit Hilfe der Forschung können diese zukunftsweisenden Kunststoffe kurz- bis mittelfristig am Markt etabliert werden, wodurch sich auch der derzeit noch hohe Marktpreis relativieren wird. Außerdem ist heutzutage Industrie 4.0 bereits Realität und wir sind ständig mit Anfragen zu Themen wie z.B. intelligenter Prozessoptimierung, 100 %-Qualitätskontrolle, inline zerstörungsfreien Prüfungen konfrontiert. Nur durch intensive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungsinstituten sind dann diese hoch komplexen Fragestellungen erfolgreich zu beantworten.

Redaktion:
Das SKZ ist dieses Jahr wieder mit einem Stand auf der K-Messe vertreten. Was können interessierte Besucher dort erwarten?

Peter Heidemeyer:
Das SKZ finden Sie in Halle 10, Stand H15. Wir werden jeden Tag einen anderen Schwerpunkt rund um Kunststoffe bzw. das SKZ setzen, u. a. Aus- und Weiterbildung, SKZ-Zeichen, Management-Zertifizierung sowie Prüfung. Der Dienstag, 25. Oktober, steht dabei ganz im Zeichen der Forschung. Wir werden Besuchern die Verarbeitung von Biokunststoffen, die additive Fertigung und Vorbehandlungsmöglichkeiten für Kunststoffe in Theorie und Praxis vorstellen. Dazu erhalten unsere Besucher Einblicke in innovative zerstörungsfreie Prüfmethoden und Lebensdauervorhersagen. Außerdem erleben sie die Inline-Thermografie beim Schweißen und sehen aufwändige Simulationen für die Extrusion.

 

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