Industrie 4.0 - Von der Vision in die Praxis

Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner gibt den Startschuss für eine zukunftsweisende Modellfabrik am SKZ

Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, und Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian, Leiter des SKZ, präsentieren die Zukunft der Kunststoffverarbeitung.
Das SKZ feierte mit rund 300 Gästen aus Politik und Wirtschaft, dass in Würzburg ein echtes Zentrum für die hochmoderne Produktion von Kunststoffteilen entsteht.

Innerhalb der nächsten drei Jahre wird mit der SKZ Modellfabrik eine zukunftsweisende Fabrikationsanlage entstehen, die mit modernsten Konstruktions-, Design- und Visualisierungsmitteln eine Entwick-lungsumgebung mit Modellcharakter darstellen wird.

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In der Geschichte der Industrialisierung hat es immer wieder Veränderungen gegeben. Aktuell steht die Wirtschaft auf der Schwelle zur nächsten grundlegenden Umwälzung: der vierten industriellen Revolution, Industrie 4.0 genannt.

Wesentlich für zukünftige Produktionen werden sehr flexible und hochvernetzte Produktionslinien und –umgebungen zur effizienten Herstellung von Massenprodukten, aber in zunehmendem Maße auch stark individualisierter Produkte sein. Vielversprechende Anwendungen liegen zum Beispiel in der Medizintechnik (Orthesen, Prothesen usw.), Automobiltechnik oder auch bei Sportartikeln. Dies wird einhergehen mit starken Veränderungen in den zugrunde liegenden Geschäftsmodellen, was gerade kleine und mittelständische Unternehmen mit begrenzten Forschungs- und Entwicklungskapazitäten vor große Herausforderungen stellen wird.

“Den Kunststoffen gehört die Zukunft. In immer mehr Produkten verdrängen sie klassische Werkstoffe wie Glas oder Metall. Das SKZ ist eine der zentralen Anlaufstellen für die Erforschung und Entwicklung neuer Verfahren und übernimmt auch den Wissenstransfer in die Wirtschaft. Mit der Modellfabrik 2020 schaffen wir das notwendige Knowhow, damit Bayern bei der Industrie 4.0 einen Spitzenplatz einnimmt“, so Wirtschaftsministerin Aigner.

Die Modellfabrik 2020, in der interdisziplinär geforscht wird, um den Unternehmen bei der Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen zur Seite zu stehen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern, wird in Würzburg aufgebaut. Es sollen neue Verfahren und Vorgehensweisen zur schnelleren und effizienteren Produktentstehung und Produktentwicklung erprobt und Ansichtsmuster durch Rapid-Prototyping-Prozesse hergestellt werden, um additive Fertigungsverfahren (3D-Druck, selektives Lasersintern usw.) für deutlich breitere Anwendungsfelder zu entwickeln .

Aufgrund der enormen Bedeutung von Kunststoffen für eine stetig wachsende Anzahl von Produkten sind auch die Kunststoffverarbeitungsverfahren für die Umsetzung der Industrie 4.0 im Fokus. Ein Beispiel für erste Schritte im Bereich weiterentwickelter Prozesse für individualisierte Produkte sind die in den letzten Jahren,  immer bedeutender werdenden additiven Fertigungsverfahren, die schon seit Jahren mit großem Erfolg im SKZ verbessert werden.

„Ziel ist es, ein weltweit einzigartiges Transfer-Zentrum für die Forschung und Entwicklung, die Ausbildung von Studenten, die Fortbildung von Facharbeitern, Meistern, Technikern, Akademikern und Managern aufzubauen und zu etablieren“, fasst Institutsdirektor Prof. Martin Bastian zusammen.

Für den Betrieb der Modellfabrik und den Aufbau der Aktivitäten der Modellfabrik mit dem Fokus „Industrie 4.0“ sind wissenschaftliche Mitarbeiter erforderlich, die Grundlagenuntersuchungen durchführen und dabei von technischem Personal unterstützt werden. Insgesamt werden bis zu 80 neue Arbeitsplätze entstehen.

Mit Unterstützung der deutschen Kunststoffindustrie werden bestehende Lücken geschlossen und Voraussetzungen dafür geschaffen, innerhalb der nächsten vier Jahre ein exzellent vernetztes Expertenteam aufzubauen.

Innerhalb des neuen Zentrums werden unterschiedliche Bereiche entstehen, in denen die wesentlichen Entwicklungsarbeiten und dementsprechend auch die relevanten Dienstleistungen für die Industrie kompetent angeboten werden können: Dazu gehört eine Smart Factory, in der sogenannte ‚Smart Products‘ erforscht und erprobt werden können, ein Technikum für ‚Additive Fertigung‘, ein Bereich mit modernerQualitätssicherung und ein Transfer-Zentrum mit dem Ziel, wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse zu Themenstellungen rund um das Thema „Industrie 4.0“ an kleine und mittelständische Firmen weiterzugeben.
Der Standort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum 2002 fertiggestellten SKZ-Verarbeitungstechnikum sowie zum 2005 in Betrieb genommenen SKZ-Technologie-Zentrum.
Die Verbindung der Modellfabrik zu den etablierten Standorten ermöglicht es den Partnern der Modellfabrik ein umfassendes Beratungsportfolio zur Verfügung zu stellen, angefangen von einer sehr umfangreichen technischen Ausstattung, bis hin zu mehr als 200 Experten, die zum großen Teil heute schon an diesem Standort arbeiten.

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