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Witterungs- und Langzeitstabilität von halogenfreiem Flammschutz in Polymerwerkstoffen für E+E-Anwendungen

Das Versagen von Flammschutzsystemen ist unter Umständen mit großem Personen- und wirtschaftlichen Schaden verbunden. Hersteller sehen sich daher zunehmend mit der Anforderung konfrontiert, die Langlebigkeit des eingesetzten Flammschutzmittels als Produkteigenschaft mit Garantien von mehreren Jahrzehnten zu gewährleisten. Hinsichtlich der geforderten Langlebigkeit von Kunststoffprodukten wird somit zunehmend auch die Dauerhaftigkeit der Flammschutzeigenschaften thematisiert und damit ein wesentlicher Teil der Produktanforderungen für zukünftige Produkte. Dass der Flammschutz nicht nur zum Zeitpunkt der Herstellung des jeweiligen Produktes, sondern auch nach der geplanten Einsatzdauer noch in dem geforderten Ausmaß wirksam ist, stellt in Anbetracht der sehr langen Zeiträume eine große Herausforderung dar, der bisher nicht ausreichend Rechnung getragen wurde.

Im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojektes greift das SKZ in Zusammenarbeit mit der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung) daher die Fragestellung auf, wie zuverlässig der Flammschutz noch wirkt, wenn Kunststoffprodukte einige Jahre im Einsatz und dabei verschiedensten Witterungsbeanspruchungen im Innen- und Außenbereich ausgesetzt waren. Hierzu werden anwendungsrelevante Rezepturmodelle aus dem EuE-Bereich, beispielsweise typische Kabelrezepturen, ausgewählt, compoundiert und zu entsprechenden Prüfkörpern verarbeitet. Nach der Behandlung in besonders kritischen Bewitterungsszenarien erfolgt eine umfassende Charakterisierung der Flammschutz- und Materialeigenschaften im Vergleich zum jeweiligen Ausgangszustand. Die gewonnenen Erkenntnisse über die Witterungsbeständigkeit der halogenfreien Flammschutzmittel und mögliche Wechselwirkungen mit den Polymerwerkstoffen können gegebenenfalls als Vorarbeiten für die Erstellung von Normen zur Prüfung der Langzeitwirkung von Flammschutzeigenschaften genutzt werden. Die Forschungsarbeiten legen somit den Grundstein dafür, dass ein langlebiger, effektiver Flammschutz in Kunststoffprodukten zukünftig systematisch thematisiert und sichergestellt werden kann.

Das IGF-Vorhaben 18926 N der Forschungsvereinigung FSKZ wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung.